„Tagesschau“:
Erste Hälfte: Das Erdbeben in der Türkei und Syrien. Geschildert werden die Anstrengungen, die unternommen werden, um schweres Gerät (Bagger, Kräne) ins Katastrophengebiet zu bringen, damit möglichst viele Menschen gerettet werden können.
Zweite Hälfte: Der Ukraine-Krieg. Geschildert werden die Anstrengungen, die unternommen werden, um schweres Gerät (Panzer, Geschütze) ins Kriegsgebiet zu bringen, damit möglichst viele Menschen getötet werden können.
Anschließend ein „Brennpunkt“ zum Erdbeben, und unmittelbar danach DFB-Pokal: Frankfurt gegen Darmstadt. Schweini kommentiert.
Als ich vor vielen Jahren Pynchons „Die Enden der Parabel“ las, dachte ich: Der Junge ist durch.
Heute gehören das Dissoziative, die galoppierende Depersonalisation, das Zerfallen von tragenden Strukturen in dysfunktionale Fragmente zum Alltagsbild. Wenn man Irre sehen will, genügen zehn Minuten in der Warteschlange vor einer Discounterkasse: Die fiktive Welt von Gravity’s Rainbow ist zu unserer Lebenswirklichkeit geworden.
Was ist das, dieser Scheitelpunkt, an dem sich die Enden der Parabel treffen – das Katastrophengebiet und das Kriegsgebiet? Treffen sie sich ÜBERHAUPT?
Dann wäre es am Ende keine Parabel, sondern einfach zwei Punkte, projiziert auf die Ebene „Mensch“ von einer numinosen Laterna Magica, beliebig, sinnfrei, geschmacksneutral.
Jetzt, in der 69ten Spielminute, führt Frankfurt mit 3:2.
Mehr ist vielleicht einfach nicht zu sagen.
